Turniere
LAS VEGAS 2008
Rückblickend auf meine erste WSOP war das eine ganz neue Erfahrung, jedoch
abschließend betrachtet für mich sehr enttäuschend. Doch von vorne
Anreise:
Bereits am 30.5. machte ich mich auf die Reise nach Las Vegas, was aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen für Flüge in die Staaten viel Geduld erforderte. Ein pünktlicher Ablug ab München mit einem Upgrade in die Business-Class bei US Airways ermöglichte mir eine relativ entspannte Reise mit ca. 8 Std. Flugzeit bis Philadelphia. Wer schon einmal in Philadelphia umsteigen musste, weiß, dass aufgrund der riesigen Größe des Flughafens und eines knapp bemessenen Zeitkorridors von etwas über 2 Stunden sehr viel Hektik angebracht war, um den Anschlussflug nach LV nicht zu verpassen. Nach div. Kontrollen und Passformalitätsabgleichen muss man hier schätzungsweise 20 Minuten laufen, um zum Anschluss-
Gate zu kommen. Als ich im letzen Moment angekommen und schweißüberströmt war, kam die Durchsage, dass sich der Flug um 2 Stunden verzögert!
Nach 3 Stunden Flugzeit sah ich endlich die Lichter von Las Vegas, das in der Nacht wirklich „extrem leuchtet“. Dass dort kein Energiemangel herrscht zeigt sich auch daran, dass am Tag die Laternen ebenfalls nicht abgeschaltet werden! Als einer der ersten bekam ich mein Gepäck (habe in den letzten 3 Jahren
4x ein Gepäckstück als verloren melden müssen), was für mich „eigentlich“ als sehr gutes Omen zu werten war.
Mit dem Taxi kam ich nach 15 Minuten Fahrt im RIO (Austragungsort und Hotel)
- Las Vegas von meinem Zimmer aus gesehen
an und checkte Ortszeit ca. 23.30 Uhr ein. Bereits eine Stunde später saß ich an einem der 5/10$ Cash-Game Tische und spielte dort bis ca. 6 Uhr, was mir auch einen nicht unerheblichen Gewinn einbrachte.
Guter Auftakt
Event 2:
Nachdem ich mich für das Event 2 (4-Tage) angemeldet hatte, sah ich erstmalig in den riesigen Spielsaal, der jedoch für Teilnehmerzahl von 3.923 Spielern nicht ausreichte, so dass noch auf andere Räumlichkeiten ausgewichen werden musste.
Bereits hier fühlte ich mich sehr unwohl, was ich aber mit dem Jetlag in Verbindung brachte. Nach den ersten 4 Levels hatte ich meinen Startstack von 3.000 Chips
verdoppelt, musste aber kurz vor Level 6 den Tisch wechseln.
Hier saß „Chris Jesus Fergusson“, den Insidern sicherlich bekannt als einer der weltbesten Spieler, und ich freute mich auf den weiteren Verlauf trotz anhaltender Kopfschmerzen. Da Fergusson teilweise sehr agressiv spielte machte ich am Big Blind auf einem seiner „Standartraces“ mit
,
ein „Rerace“ All in“ mit etwa 5.500 Chips. Nach für ihn relativ kurzer Überlegzeit kam ein „Call“, was ich natürlich nicht unbedingt hören wollte und er deckte
,
auf. Leider kam keine Hilfe auf den Board und ich musste das erste Turnier erfolglos beenden. Nun hatte ich Zeit, mir in der Apotheke Medikamente gegen meine, wie ich hoffte, „harmlose Erkältung“ zu besorgen.
Event 3
Nachdem ich mich nach wie vor nicht gut fühlte, trotzdem aber spielen wollte, meldete ich mich tags darauf zum Event 3 an, welches ein „Pot-Limit“ Turnier war und mit nur 713 Spielern bei einem Anfangsbestand von 3000 Chips begann.
Auch hier erwischte ich einen sehr guten Start, als ich bereits nach ca. 1 Stunde mit
und
am Big Blind und einem Miniraise eines Spielers vor mir callte.
Das Board brachte die die
,
und
was mir bereits die fertige Straße brachte. Den Einsatz von 500 Chips callte ich nur, um ihn hier nicht zu vertreiben. Einen
auf dem Turn setzte er mich zu meiner Freude all in und zeigte die Asse, welche ich insgeheim sogar erhoffte (schon sehr komisch für einen Pokerspieler seinem Gegner die Asse zu wünschen oder?) Jedenfalls kam auf dem Turn die Karte, welche ich nicht sehen wollte und zwar die
was für mich nur einen Splitpot bedeutete und ich hier nicht verdoppeln konnte. Kurz darauf kam es zur Tischauflösung was mir generell nicht entgegen kommt. Leider musste ich in den folgenden 6 Stunden 4x (in Worten vier mal) erneut den Tisch wechseln. An meinem letzten Tisch kam kurz darauf auch Marcel Luske, der fliegende Holländer, dazu, der sich neben mich setzte. Wir hatten einigen Spaß miteinander, bevor ich ein All in von ihm nach dem Flop mit einem Call beantwortete. Hier lagen
, :Ds und
. Marcel zeigte mir seine bereits fertige Strasse mit
und ;Dh. Mein Blatt war leider schlechter mit
,
.
Nach einer
auf dem River kam auf dem Turn eine
, was mir ein Full House brachte und Marcel das out. Hier lag ich mit über 10.000 Chips sehr gut im Rennen und freute mich auf die restlichen 2 Level.
Den Platz von Marcel nahm ein mir unbekannter Amerikaner ein, der etwa 12.000 Chips hatte. Hier konnten wir anfangs den Tisch dominieren was mir bis kurz vor Ende des Tages etwa 15.000 Chips brachte.
Dann kam das aus……..
In mittlerer Position raiste ich mit
,
auf 2.700 welches der Amerikaner callte.
Im Flop sah ich meine dritte
zum Set sowie
und
d. Auf ein check von mir kam ein nicht unerwünschtes all in was ich natürlich ohne zu überlegen machen konnte. Als er
und :Ds zeigte, war mir schon nicht ganz wohl (hat man als Poker-Spieler Vorahnungen?) Bereits auf dem River kam ein weiterer
und für ihn das höhere Full House, was mich auf lausige 500 Chips fallen ließ und ihn zum Chipleader machte. Bereits das nächste Spiel brachte mir das aus und eine schlaflose Nacht, da zu den Kopfschmerzen Schwindelkeit und Fieber hinzu kamen und ich auch über diese Hand lange nachzudenken hatte.Dies hatten natürlich auch die Medikamente und ihre Nebenwirkungen mit zu verantworten.
Nachdem es auch nach weiteren 3 Tagen und einem Besuch beim Arzt nicht besser wurde und ich absolut nicht in Stimmung war, Poker zu spielen (was bei mir noch nie vorgekommen ist), buchte ich kurzfristig den Heimflug nach nur 2 gespielten Events!!
Eigentlich wollte ich noch mit Sebastian Ruthenberg , den ich bei einem meiner seltenen Besuche im Casino traf, das Euromameisterschaftsspiel der Deutschen hier in Las Vegas gemeinsam anschauen, jedoch hatte ich aufgrund meiner Krankheit keinerlei Lust mehr dazu.
Sebastian hat kurz darauf ein Bracelet gewonnen, das ich ihm als Deutschen natürlich von ganzem Herzen gegönnt habe.
Auf nach Monaco – Mai 2008
Zusammen mit meiner Frau machte ich mich auf den Weg in das Fürstentum. Leider ermöglichte uns der enge Zeitplan nur einem kurzen Ausflug nach Nizza, um am Vorabend vor dem Turnier in unserem kleinen Lieblingsrestaurant „Le Toscan“ Fischsuppe und Muscheln zu essen. Bei einer (oder zwei) guten Flasche Wein verbrachten wir wie immer in diesem Lokal einen wunderbaren Abend.
Bei diesem Turnier traten etliche in der Szene als „Superstars“ bekannte Spieler an, um mit den insgesamt 842 Spielern um die beachtliche Preisgeldsumme von 8,5 Mio € zu spielen. Immerhin konnte hier der Sieger ein Preisgeld von über 2 Mio € „erpokern“. Namen wie Daniel Negreanu, Phil Ivey, Gus Hansen, Michael Keiner, Marcel Luske, um nur einige Namen hochkarätigster Spieler zu nennen traten hier an.
Bereits um 12.00 Uhr gab Turnierdirektor Thomas Kremser mit seinem „Shuffle up and deal“ den Start zu einem langen Pokertag.
TAG 1B
An meinem Tisch Nr. 1 saß zwischen einem junger Norweger und einem Polen Michael „Doc“ Keiner, was natürlich die Gelegenheit gab uns etwas auszutauschen. Leider hatte der Nationalmannschaftskapitän nach etwa 6 Stunden Spielzeit und einer spektakulären Hand mit Pocket-Königen gegen Asse das Nachsehen und musste den Tisch kurz darauf verlassen.
Wie schon in Turnieren zuvor, hatte ich in den ersten Stunden nur Durchschnitts-Karten, konnte jedoch meinen Stapel von anfänglich 10.000 Chips auf ca. 18.000 Chips ausbauen. Nachdem meine Stärke „einen Gegner nach einiger Zeit lesen zu können“ leider auch mit dem Wechsel des Tisches verbunden war, sah ich mich plötzlich shortstack mit 6.900 Chips. Hier bekam ich in früher Position ein 7er Paar und ich raiste bei Blinds von 200-400 auf 1.600, was einer älteren Dame im Big Blind nicht gefiel, so dass sie mich all in zwingen wollte. Da sie sehr selten setzte und nur starke Hände aufdeckte, foldete ich und sah mich bei knapp 5.000 Chips wieder.
Bereits in der nächsten Hand bekam ich erneut meine 7er und ging, nachdem in diesem seltenen Fall niemand raiste, all in. Erneut war es die ältere Dame, die meinen Einsatz brachte und Poket-Kings zeigte. Das Board brachte 6, T und J was meine Chancen fast bei Null liegen ließ. Nachdem ich schon meine Jacke angezogen hatte kam eine 8 auf den Turn und eine 9 auf den River was mir in „stiller Freude“ eine Straße brachte und mich weiterhin im Turnier verbleiben ließ.
Das Interesse der Medienvertreter waren fast sämtlich auf meinen Nebentisch gerichtet, an dem ein gewisser Boris Becker spielte, und mit dem ich in der Diner-Pause in der Poker-Stars Lounge etwas fachsimpeln konnte.
Leider schied Boris kurz nach dem Break aus und die Interessen der Presse galten wieder dem eigentlichen Turnierverlauf. Für mich gab es bis kurz vor Ende des Tages, – es war schon weit nach Mitternacht – einige gute Hände und ich baute meinen Chipstapel bis auf fast 30.000 auf. Doch ist nicht aller Tage Abend und ich verlor mit den Buben gegen ein Damen-Paar und knapp 22.000 Chips. Ziemlich mutlos ging das letzte Blatt an diesem Abend an mir vorüber und ich short in den 2. Tag.
TAG 2
Dass ich mit meinen verbliebenen Chips sorgsam umgehen musste und jede Chance auf eine Verdoppelung wahrnehmen musste, versteht sich von selbst. Es kam natürlich wie es kommen musste…… In der allerersten Hand des Tages bekam ich am Small-Blind König/Dame und raiste all in, nachdem nur einer meiner mir unbekannten Spieler am Tisch gecallt hatte. Nachdem dieser scheinbar nur darauf gewartet hatte und mein All in innerhalb von Millisekunden gecallt hatte, sah ich die Asse auf dem Board. Ein König gab mir noch etwas Hoffnung jedoch waren River und Turngnadenlos und ließen mich unweigerlich in ein tiefes Loch fallen…… Fränkie
3 Comments
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